Tirol ist eine Landschaft, in der noch viel an authentischer Volksmusik lebendig ist, daneben versucht eine intensive Volksmusikpflege, anknüpfend an die Tradition die überlieferten Weisen, aber auch neues Sing- und Musiziergut weiterzutragen. Mit folgenden Texten wollen wir Ihnen einige der verwendeten Musikinstrumente etwas näher bringen:
Die Gitarre hat in Tirol eine lange Tradition - nachzulesen in Gsungen und Gspielt 1996, Heft 73, S. 6-13 und H. 74, S. 4-11. Um 1800 entwickelte sich die sechssaitige Gitarre in der heutigen Stimmung (zur gleichen Zeit begann auch die Geschichtsschreibung in der Volksmusik), und schon kurz darauf experimentierten einige Gitarristen mit zusätzlichen Basssaiten.
Die Gitarre kam im Mittelalter über den arabischen Raum nach Spanien und hatte dort im 16. Jahrhundert ihre erste Blütezeit. Von Spanien aus verbreitete sie sich in ganz Europa und über die spanischen und portugiesischen Seefahrer auch nach Amerika.
Harfen gehören zu den ältesten Instrumenten. Schon in der Vorzeit entwickelte sich ausdem Musikbogen die Bogenharfe , die dann auch bei antiken Hochkulturen, wie z.B. Ägypten anzutreffen ist. Im Mittelalter wird die Rahmenharfe zum vorherrschenden Typus, welcher heute noch in ähnlicher Form als keltische Harfe in Irland, Schottland und in der Bretagne sehr verbreitet ist.
Eines der ältesten und urtümlichsten Instrumente ist die Schwegelpfeife. Diese einfache, hölzerne Querflöte, die seit dem 12. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum nachweisbar ist, hat sich im Alpenland, besonders im Salzkammergut aber auch in Tirol, bis heute in der Überlieferung erhalten. Die Pfeifen werden vom Drechsler erzeugt meistens aus Birnbaum, Zwetschke, Buchs oder Pfaffenkappl, die besten aber aus Eibe. Die Bohrung ist zylindrisch oder konisch. Mit nur sechs Grifflöchern kann eine Tonreihe von zweieinhalb Oktaven gespielt werden. Der Klang ist schrill und durchdringend, daher mit Begleitung einer Rührtrommel für die Tanzmusik und Marschmusik besonders geeignet.
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